Aspirin als Vorbeugung von Schlaganfall oder Herzinfarkt

Ob Aspirin als vorbeugender Gefäßschutz hilfreich ist oder sogar ein Risiko für die Gesundheit ist, darüber entscheidet ein genetischer Faktor.

  • Laut dieser Studie profitieren 21 Prozent der Probanden mit der Risikovariante von rs7692387 deutlich von der Aspirineinnahme.
  • Bei Trägern mit der Nichtrisikovariante stieg dagegen das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 39 Prozent.

Quelle / Weiterlesen: dzhk.de
Studie: ⇒ Genetic variation at the coronary artery disease risk locus GUCY1A3 modifies cardiovascular disease prevention effects of aspirin

Säureblocker als allergieförderndes Magenmittel

Bekannte Nebenwirkungen: 

  • Behindern die Aufnahme von Kalzium und Vitamin B12 und fördern damit u.a. die Entstehung von Osteoporose und Nervenschäden

Weitere potenzielle Nebenwirkungen:

  • Säureblocker aktivieren Mastzellen im Verdauungstrakt, verändern das Mikrobiom und  beeinflussen Immunreaktionen
  • die regelmäßig Einahme erhöht insgesamt die Gefahr eine Allergie zu entwickeln um fast das Doppelte, bei den über 60-Jährigen stieg das Allergierisiko sogar um das Zehnfache

Quelle / Weiterlesen: scienexx.de ⇒
Studie: ⇒ Country-wide medical records infer increased allergy risk of gastric acid inhibition

 

Neue Medikamente in der Mehrzahl ohne Zusatznutzen

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertete 216 Arz­nei­mittel auf den Zusatznutzen, die zwischen 2011 und 2017 neu auf den deutschen Markt angeboten wurden.

  • 58% (125 Präparate) waren nicht besser als die „alten“ Medikamente.
  • 16% hatten nur einen „geringen oder nicht-quantifizierbaren“ zusätzlichen Nutzen.
  • Oft fehlt auch der Nachweis des Nutzen durch Studien. In der Psychiatrie und Neurologie etwa existierte nur für sechs Prozent der Wirkstoffe ein entsprechender Nachweis. 

Quelle / Weiterlesen: oekotest.de ⇒
Studie: ⇒ New drugs: where did we go wrong and what can we do better?

Fluorchinolon-Antibiotika sindäußerst risikoreiche Medikamente

Die Wirkstoffe heißen Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin.

Die Gefahr für einen Aortariss (Aortenaneurysma) steigt nach 14-tägiger Anwendung um das Dreifache.

Andere Nebenwirkungen: Schädigung des Nervensystems oder Sehnenriss.

Im Jahr 2018 wurden die umstrittenen Mittel in Deutschland noch immer 3,3 Millionen Patienten verschrieben – dies entspricht fast fünf Prozent aller Kassenpatienten.

Quelle / Weiterlesen: scienexx.de ⇒

 

Blutdruck im hohen Alter besser nicht zu stark senken

Dies erbrachte ein Beobachtungssudie der Berliner Charité.

Zu Beginn der Studie waren die Frauen und Männer 70 Jahre alt, am Ende betrug ihr Alter 80 Jahre. Alle Teilnehmer nahmen blutdrucksenkende Medikamente.

Ergebnis: bei den über 80-Jährigen hatten diejenigen, deren Blutdruck bei unter 140/90 mmHg lag, ein um 40 Prozent höheres Sterberisiko als diejenigen, deren Blutdruck mehr als 140/90 mmHg betrug.

Quelle / Weiterlesen: deutschesgesundheitsportal.de ⇒
Studie: ⇒ Control of blood pressure and risk of mortality in a cohort of older adults: the Berlin Initiative Study

50% der Patienten hat nach zweijähriger Behandlung mit Statinen keinen „gesunden“ Cholesterinspiegel.

Dies erbrachte eine prospektive Kohortenstudie mit 165 411 Patienten. Statine gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamentenklassen und dennoch können die Hälfte der Patienten keinen optimalen therapeutische Nutzen ziehen.

Zitat der Forscher: Diese Ergebnisse tragen zur Debatte über die Wirksamkeit der Statintherapie bei und unterstreichen die Notwendigkeit einer personalisierten Medizin im Lipidmanagement für Patienten.

Studie: ⇒ Sub-optimal cholesterol response to initiation of statins and future risk of cardiovascular disease

 

Filmtipp: Gefährliche Keime im Hähnchenfleisch von frontal21

Hierzu zwei Zitate von Gerd-Ludwig Meyer, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie und früherer  Landwirt.

  • „Es hat seit 2005 eine Explosion sozusagen an multiresistenten Keimen gegeben und an Patienten, die mit diesen multiresistenten Keimen auf Intensivstationen zu kämpfen haben“.
  • In einem Zeitraum von zehn bis 15 Jahren gehe ich davon aus – alles unter der Maßgabe, dass es so weitergeht – dass wir keine wirksamen Antibiotika mehr haben.“

Quelle / Weiterlesen: zdf.de

38 Hilfsstoffe bei oralen Medikamenten können Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen

Hilfsstoffe sind Bestandteile von Medikamenten ohne pharmakologischer Wirkung, die aber unerwünschte Arzneimittelreaktionen auslösen können. Zu den Problemstoffen zählen Polymere, Farbstoffe, Lactose, Fructose und Konservierungsstoffe.

Die App »WhatsIn My Meds« kann bei bei der Identifizierung von problematischen Stoffen helfen und hilft auch bei der Suche nach einem Alternativpräparat.

Quelle: pharmazeutische-zeitung.de ⇒
Zur App: ⇒ What’s in my meds – Die erste App zu Inhaltsstoffen in Medikamenten

 

Heuschnupfen meist falsch behandelt

Laut diesem Bericht werden 90 Prozent der Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis von Ärzten und Apothekern nicht nach aktuellen Erkenntnissen beraten.

Grund: Die derzeitige Leitlinie für die Medikation und das Vorgehen ist aus dem Jahre 2003.

International wird längst mit anderen Empfehlungen gearbeitet.

Quelle: doccheck.de ⇒

Spray gegen eine Opiat-Überdosis

Eine Opioidvergiftung verlangsamt den Puls, schwächt die Atmung oder es kommt sogar zu einem Herzstillstand. Dies führt zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Das Spray Naloxon hebt die tödliche Nebenwirkung von Opiaten auf.

Damit gewinnt man 20-30 Minuten wertvolle Zeit, die über Leben oder Tot entscheiden können.

Kostet als Privatrezept 46,00 Euro. Vereinzelt übernehmen die Organisationen wie die Drogenhilfe die Kosten.

Quelle / Weiterlesen bei: tagblatt.de ⇒

Kardiologische und neurologische Beschwerden nach HPV-Impfung?

Eine Impfung gegen humane Humane Papillomaviren (HPV-Impfung) soll vor allem Gebärmutterhalskrebs vorbeugen. Aber auch Scheidenkrebs, Analkrebs und Genitalwarzen stehen auf der Schutzliste.

Deshalb wird die Impfung für Kinder zwischen 9 und 14 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Es mehren sich aber Berichte über verschwiegene Impfrisiken.

Über die Informationsbroschüre zu HPV der  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) urteilt die Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Ingrid Mühlhauser*:

„So wie es dargestellt ist, ist es einfach falsch. Das ist irreführend, einseitig, werbemäßig, kampagnenmäßig.“ 

* Universität Hamburg, Fakultät für Mathematik, Informatik,  Naturwissenschaften, Gesundheitswissenschaft

Quelle / Weiterlesen bei: swr.de ⇒

30 Prozent vermeidbare Antibiotikabehandlungen bei Erkältungskrankheiten

Dies betrifft den ambulanten Bereich und vor allem deshalb, weil die meisten Atemwegsinfekte eine virale Ursachen haben. Deshalb ist eine antibiotischen Therapie (wirkt gegen Bakterien) kaum hilfreich.

Folge:

  • es werden Medikamenten-Nebenwirkungen in Kauf genommen
  • und der nicht angezeigte Einsatz verschlechtert die Resistenzlage.

Laut diesem Bericht benötigen 90 % der hustenden Kindern benötigen kein Antibiotikum, außer das Fieber steigt über 39 °C und das über mehr als drei Tage.

Quelle / Weiterlesen bei: aerztezeitung.de ⇒

Wie lange braucht die Regeneration des Darms nach einer Antibiotikatherapie?

Untersucht wurde dies bei gesunden und jungen Männern.

  • 4 Tage erhielten Sie eine Kombination aus den Antibiotikas Meropenem, Gentamicin und Vancomycin
  • Dauer der Einnahme war 4 Tage
  • Der Nachbeobachtungszeitraum lag bei 6 Monate in Bezug auf das Darmmikrobiom

Ergebnis:

  • Der Darm war auch kurz nach der Behandlung nicht vollkommen steril
  • Die Wiederbesiedlung erfolgte zunächst vor allem durch Bakterien mit krankmachenden Eigenschaften (das erklärt die häufigen Magen-Darm-Störungen nach der Therapie)
  • Im Laufe der Zeit änderte sich die Zusammensetzung wieder in Richtung normale Darmflora
  • Nach 6 Monaten war das Mikrobiom zwar weitgehend wieder im „alten“ Zustand, aber es fehlten immer noch ein paar der früher vorhandenen Arten [und] auch die Anzahl der Resistenz-Gene hatte sich in den Bakterien erwartungsgemäß erhöht.

Quelle / Weiterlesen bei: idw-online.de ⇒
Studie : ⇒ Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure

 

 

Darmflora hat Einfluss auf die Wirkung von Cholesterinsenkern

Forscher der Berliner Charité testeten im Tierversuch, wie der Cholesterinsenker Atorvastatin bei unnatürlicher Darmflora wirkt.

Ergebnis: 

bei fettreicher Diät

  • wirkte das Medikament schlechter
  • und die fettreich gefütterten Mäuse hatten mehr Firmicutes-Phylums-Bakterien und weniger Bacteroides-Phylum-Bakterien.

Quelle / Weiterlesen bei: wiwo.de
Studie: ⇒ Effect of atorvastatin on the gut microbiota of high fat diet-induced hypercholesterolemic rats

Senioren: Aspirin zur Primärprophylaxe bei Herz-Kreislauf-Problemen nicht geeignet

Es geht hier um niedrig dosiertes Aspirin, das oft ohne jeden Anlass von Ärzten zur Vorbeugung empfohlen wird.

Laut dieser Studie

  • konnte Aspirin das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und das  allgemeine Sterberisiko nicht senken,
  • zudem erhöhte sich deutlich das Risiko innere Blutungen (insbesondere für Magen-Darmblutungen),
  • es kam außerdem zu einer Zunahme der Krebstodesfälle.

Die 19.114 Teilnehmer dieser randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie waren ≥ 70 Jahre alt.

Quelle / Weiterlesen bei: nih.gov ⇒
Studie: Daily low-dose aspirin found to have no effect on healthy life span in older people

Wie Bakterien Antibiotikas austricksen können

Wir wirken Antibiotikas? In der Regel hemmen sie Wachstumsprozesse der Bakterien.
Wir schützen sich Bakterien dagegen? Sie senken ihre Lebensfunktionen und stellen damit ihr Wachstum ein. Folge: sie können die Behandlung „im Schlaf aussitzen“.

Quelle / Weiterlesen bei: uni-tübingen.de ⇒
Zur Studie: ⇒

The kinases HipA and HipA7 phosphorylate different substrate pools in Escherichia coli to promote multidrug tolerance.

Metaanalyse: Lebenswichtige Medikamente in den Entwicklungsländern oft gefälscht

Anteil an mit weniger Wirkstoff, gar keinem Wirkstoff oder sogar problematischen Inhaltsstoffen:

  • Ärmere Lander insgesamt: 13 Prozent
  • Afrika: 19 Prozent
  • Besonders häufig betroffen sind Anti-Malaria-Medikamente und Antibiotika
Quelle / Weiterlesen bei: trendsderzukunkft.de ⇒

Prevalence and Estimated Economic Burden of Substandard and Falsified Medicines in Low- and Middle-Income Countries – A Systematic Review and Meta-analysis

Herz-Kreislauf-Probleme durch Darmbakterien

Wenn Darmbakterien fett- und eiweißreiche tierische Produkte Nahrungsmitteln verdauen, entsteht beim Abbau von Carnitin, Lecithin und Cholin. Hört sich erst einmal gut an.

In einem zweiten Schritt, stellen diese aber daraus Trimethylamin her, was in der Leber wiederum zu “trimethylamine N-oxid” (TMAO) umgewandelt wird.

Folge: TMAO aktiviert Blutplättchen und fördert damit Ablagerungen an den Gefäßwänden, Arteriosklerose, Infarkte und Schlaganfall.

Nachgewiesen konnte dies in einer Studie mit über 2.000 Patienten werden (Quelle Journalmedizin.de):

Unter jenen mit hohen und sehr TMAO-Werten traten bei 41,5 Prozent schwere kardiovaskuläre Probleme auf. Bei niedrigen Werten war das nur bei 11, 3 Prozent der Patienten der Fall. Indem TMAO die Prognose durch mehr Komplikationen verschlechtert, erhöht er das Risiko für einen weiteren Herzinfarkt.

Quelle / Weiterlesen bei:

pharmazeutische-zeitung.de ⇒
journalmedizin.de ⇒

Zur Studie: ⇒

Development of a gut microbe–targeted nonlethal therapeutic to inhibit thrombosis potential

Gut microbiota-dependent trimethylamine N-oxide in acute coronary syndromes: a prognostic marker for incident cardiovascular events beyond traditional risk factors.

 

 

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